Amtliche Bekanntmachung
der Schöfferstadt Gernsheim
Pressemitteilung Nr.
: 2009-151
Veröffentlichungsdatum : 22. Juli 2009 und 29.
Juli 2009
Kurzbeschreibung :
Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen am Fischerfest
Verfasser :
Marcus Pritsch
Aktion gegen Alkoholmissbrauch
bei Jugendlichen am Fischerfest
Das Rheinische Fischerfest wird in diesem Jahr zum 61.
Mal gefeiert. Das beliebte Volksfest zwischen Rhein und Hafen in Gernsheim
ist sicherlich einer der schönsten Festplätze der Region –
Sonnenuntergang zwischen Riesenrad und Bratwurst ist wie ein kleiner Urlaub.
Dass in dieser entspannten Atmosphäre Alkohol getrunken wird, ist
völlig normal. Schließlich wird es einem mit den vielen kulinarischen
und lukullischen Genüssen schwer gemacht, zu widerstehen. Und dass
auch so mancher zu tief ins Glas schaut, soll ebenfalls nicht unser heutiges
Thema sein.
Vielmehr musste in den vergangen Jahren eine Zunahme
an Alkoholkonsum bei Jugendlichen festgestellt werden – dies ist
eine allgemeine Tendenz, die wir in Gernsheim insbesondere zur Straßenfastnacht
festgestellt, dort aber auch recht gut in den Griff bekommen haben. Und
an diesem Punkt möchten nun Veranstalter, städtisches Ordnungsamt
und Polizei anknüpfen.
Insbesondere in den letzten beiden Jahren wurde verstärkt
beobachtet, dass Jugendliche mit vollgepackten Rucksäcken oder 5
Liter-Kanistern mit selbstgepanschtem Zeug das Festgelände betraten,
sich in der Regel schnurstracks zur Hafenspitze bewegten (also eigentlich
am Fischerfest selbst gar nicht interessiert) und dort ausgiebig konsumierten.
Nicht um einen falschen Eindruck zu erwecken: Es war bisher nicht annähernd
so problematisch, wie zur Straßenfastnacht. Allerdings ist die Tendenz
erkennbar und so möchte der Veranstalter seiner Verantwortung nachkommen
und hat Polizei und Ordnungsamt in dieser Sache um Unterstützung
gebeten.
Außerdem können wir in Sachen Jugendschutz
auf die vertretenen Schausteller zählen. Da ist niemand mehr dabei,
der für ein verkauftes Bier mehr, den Jugendschutz über Bord
wirft – dafür wird dort viel zu professionell gearbeitet. Jedoch
sind diese gegen die mitgebrachten Alkoholika machtlos.
Alkoholmissbrauch kann insbesondere bei Kindern und Jugendlichen
zur Schädigung innerer Organe, des Gehirns und des Nervensystems
bis hin zur Entwicklung einer Demenz, Delirium und zu Impotenz führen.
Je jünger das Einstiegsalter ist, desto schädlicher sind die
körperlichen Folgen in Form von Pubertätsverzögerungen,
Entwicklungsblockaden usw. Außerdem steigt die Suchtgefahr durch
stärkere Gewöhnungseffekte und Verhaltensverfestigung extrem
an.
Nicht umsonst ist im Jugendschutzrecht ein generelles
Alkoholverbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verankert
(zwischen 16 und 18 Jahren nur Bier, Wein und Sekt).
Weil also der Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen nicht
nur gesundheitsschädlich oder moralisch verwerflich, sondern auch
gesetzwidrig ist, wird eine Kooperation aus Veranstalter, den beiden Polizeistationen
in Gernsheim und dem städtischen Ordnungsamt an verschiedenen Veranstaltungstagen
die Einhaltung der einschlägigen jugendschutzrechtlichen Bestimmungen
besonders überwachen. Dies reicht von Beratung und Information über
Taschenkontrollen bis zur Beschlagnahme von Alkoholika. In gravierenden
Fällen könnte auch die Erteilung von Platzverweisen bis hin
zur ordnungs- bzw. strafrechtlichen Ahndung und Verfolgung von Verstößen
erfolgen.
Es geht nicht darum, Personen zu kriminalisieren oder
unseren Jugendlichen „den Spaß zu verderben“. Auch ist
in diesem Zusammenhang der oft entgegnete Spruch „Wir waren doch
alle mal jung“ oder „Haben wir früher etwa nicht mal
ein Bier zu viel genommen?“ durchaus bekannt. In den Fällen,
die wir aber hierbei ins Auge fassen, geht es vielmehr um den wohlverstandenen
Jugendschutz.
Vor diesen Hintergründen bitten wir alle Bürgerinnen
und Bürger, Eltern, Omas und Opas, Firmen, Einrichtungen, Vereine
etc. um Unterstützung dieser Initiative. Jugendschutz muss ernst
genommen werden - sowohl im Interesse der Kinder und Jugendlichen als
auch im Interesse des Rheinischen Fischerfestes. Helfen Sie mit, indem
Sie für eine breite Diskussion und ein Problembewusstsein sorgen,
damit wir künftig wieder ohne Kontrollen gemütlich feiern können.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Müller, Bürgermeister
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