 
Das "Rheinische Fischerfest" wurde als Versöhnungsfest zwischen
Berufs- und Sportanglern am 28. April 1949 in Gernsheim gegründet. Seit
Kriegsende gab es erhebliche Differenzen um die Angelrechte zwischen den
beiden Gruppen. Auch in Gernsheim bedeutete das Ende des Krieges Wiederaufbau
der Stadt und vor allem Nahrungsmittelrationierung. Fisch gehörte zu einem
der wenigen Nahrungsmittel, das nicht unter die Rationierungsvorschriften
fiel. So war es kaum verwunderlich, dass das private Angeln sprunghaft
anstieg und die Berufsfischer um ihre Existenz fürchteten. Des
weiteren diente das Sportangeln als Jagdersatz. Nach der deutschen Kapitulation
durfte kein Deutscher mehr Schusswaffen besitzen womit die Jagd nicht
mehr möglich war. Nach der Währungsreform entspannte sich die missliche
Versorgungslage zusehends, so dass ein Treffen der "Streithähne" im Januar
1949 möglich wurde. Bei
dieser überaus harmonisch verlaufenen Zusammenkunft konnten fischereirechtliche
Fragen geklärt und alte Differenzen beigelegt werden. Am Ende schlug der
damalige Vorsitzende des Verbandes Deutscher Sportfischer, Christian Reibold,
vor: "Wie wäre es, wenn wir hier in Gernsheim einmal ein Backfischfest
abhalten würden? Gernsheim in seiner schönen Lage und mit seiner Tradition
wäre hierzu der beste Platz." Damit war die Idee eines Fischerfestes geboren.
Die Schirmherrschaft für das Fest übernahm der damalige Bürgermeister
Peter Adler. Festplatz ist seit damals die Hafenmole, von den Gernsheimern
"Hafenspitze" genannt. Der überraschend hohe Überschuss des ersten "Rheinischen
Fischerfestes" in Höhe von 1600,--DM (die durchschnittliche Lohnhöhe lag
bei 180,--DM bis 600,--DM)wurde der Stadt Gernsheim als Wiederaufbauhilfe
zur Verfügung gestellt. Den
Organisatoren des Fischerfestes ist es bis zum heutigen Tag ein Anliegen
den Versöhnungsgedanken und die Verbundenheit der Stadt Gernsheim mit
der Fischerei und der Berufsschifffahrt aufrechtzuerhalten und zu dokumentieren.
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